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Privater australischer Käufer für Crossrail
Neue Zürcher Zeitung, 21. Dezember 2005
Privater australischer Käufer für Crossrail
Babcock & Brown soll das Cargogeschäft beleben. Das Bahnunternehmen Regionalverkehr Mittelland hat für sein Cargogeschäft, das in der Crossrail zusammengefasst ist, einen Käufer gefunden: die australische Investitions-gesellschaft Babcock & Brown. Der finanzkräftige private Akteur wird, so hofft man in Bern, den Wettbewerb im europäischen Güterverkehr beleben.
ai. Basel, 20. Dezember
Dass das in Crossrail zusammengefasste Gütertransport-Geschäft der Regionalverkehr Mittelland AG (RM) verkauft werden soll, war bereits seit vergangenem Frühjahr bekannt; nach Ankündigung der Fusion von RM mit der BLS Lötschbergbahn war klar geworden, dass die Tochter, die das Cargogeschäft zwischen Ruhrgebiet, Espace Mittelland und Norditalien betreibt, einen neuen Besitzer finden muss. Jetzt ist bekannt, wer das ist: Die australische Unternehmung Babcock & Brown wird ab 1. Januar die Geschicke von Crossrail lenken, wie an einer Pressekonferenz bekannt gegeben wurde. Über den Preis der Transaktion wurden keine Angaben gemacht.
Die heute weltweit tätige Firma Babcock & Brown ist 1977 als Beratungsunternehmung gegründet worden und hat ihre Aktivitäten in den vergangen Jahren auf das Investmentgeschäft ausgedehnt. Das an der australischen Börse kotierte Unternehmen mit Hauptsitz in Sydney weist eine Belegschaft von 100 Mitarbeitern auf und verfügt nach eigenen Angaben über grosse Erfahrungen bei der Entwicklung und beim Ausbau von Infrastrukturvorhaben sowie im Bereich der Logistik, hauptsächlich in der Schifffahrt. Wie Pierre- André Meyrat vom Bundesamt für Verkehr vor den Medien erklärte, hofft Bern, mit Babcock & Brown den Wettbewerb im europäischen Güterverkehr - einem Markt, der bisher von Staatsbetrieben und ihren Töchtern beherrscht worden ist - beleben zu können. Dass ein privater aussereuropäischer Investor bei Crossrail einsteigt, ist nach Meinung von Meyrat ein Indiz für das Ertragspotenzial, das mit den auf Schienen transportierten Gütern zu realisieren ist. Babcock und Brown werden nicht nur die 50-köpfige Belegschaft von Crossrail übernehmen, sondern auch die Produktionsmittel des Unternehmens, namentlich die Umschlags-Terminals an den Standorten in Wiler (bei Bern) und Domodossola sowie Wechselbehälter und Lokomotiven.
Wie Tim Duncan, Geschäftsführer von Babcock & Brown, betonte, ist seinem Unternehmen an einem langfristigen Engagement gelegen. Die Australier werden - im Unterschied zu RM - auch über genügend Ressourcen verfügen, um das angestammte Transportgeschäft von Crossrail, den unbegleiteten kombinierten Verkehr, über die bestehenden Verbindungen hinaus zu entwickeln. Laut Crossrail-CEO Urs C. Hefti ist vorgesehen, den Aktionsradius im Norden über Duisburg und im Süden über Domodossola hinaus auszuweiten. Als Erstes steht indessen die Einführung eines Direktzuges von Duisburg nach Domodossola (ohne Zwischenhalt in Wiler) auf dem Programm. Im Mittelpunkt der Strategie steht der intermodale Transport, den man dank den Impulsen der neuen Eigner zu expandieren hofft.



