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Rutishauser in neuen Händen
Das Management übernimmt die traditionsreiche Thurgauer Weinkellerei
SCHERZINGEN. Die neuen Inhaber der Weinkellerei Rutishauser AG kennen das Geschäft: sie sind seit mindestens 16 Jahren in der Firma.
Zur Regelung der Nachfolge verkauft die Familie Rutishauser nach 117 Jahren ihre Weinkellerei an die bisherigen drei Mitglieder der Geschäftsleitung: Willi Frey, Chef Einkauf, Verkauf, Marketing und neuer Geschäftsführer; Finanzchef Hanspeter Gantenbein und Betriebsleiter Peter Knüsel übernehmen 60% der Aktien und amtieren neben ihren operativen Funktionen als Verwaltungsräte. Für das VR-Präsidium ist eine externe Person im Gespräch. Ad interim übernimmt Gantenbein das Amt von Walter Rutishauser.
Vier Offerten lagen für die Übernahme vor: unter anderem eine des bisherigen Geschäftsführers Stefan Graf. Er verlässt die Firma nach zwei Jahren. Zur Begründung für den Zuschlag an das Trio um Frei sagte Rutishauser, „die Herren kennen das Geschäft von innen“ und die Firma bleibe in Thurgauer Händen.
Die Firma Rutishauser wurde mit Weinen aus der Ostschweiz bekannt. Heute handelt sie auch mit Tropfen aus der Westschweiz und dem Tessin, aus sechs europäischen und sieben aussereuropäischen Ländern. Gekeltert werden jährlich 1000 bis 1400 Tonnen Trauben von 180 Schweizer Produzenten, wobei Rutishauser die halbe Thurgauer Ernte verarbeitet. Die Weine werden an Getränkehändler und Privatkunden verkauft, auch in Kooperation mit anderen Händlern.
Rutishauser setzte 2002 mit 100 Mitarbeitern 40 Mio. Fr. um. Damit ist sie laut eigenen Angaben die grösste Kellerei in der Ostschweiz und eine der grösseren Firmen der Weinbranche in der Schweiz. Um den Umsatz in den nächsten Jahren zu erhöhen, strebt Rutishauser Kooperationen auch in Bern und der Romandie an und will mehr Trauben verarbeiten. (bc)
St. Galler Tagblatt



